Erstklassige Musik und mehr: Konzerte in der Lutherkirche April bis Juni 2026

Hier eine Übersicht über großartige Konzerte in den nächsten Wochen in der Lutherkirche in der Bonner Südstadt.

Sonntag, 26. April 2026, 17:00 Uhr, Lutherkirche

„Die bestürzende Fülle der Welt“

Musikalische Lesung mit Maximilian Hilbrand (Stimme) und Gunda Gottschalk (Bratsche)

Marie Luise Kaschnitz ist eine der herausragenden Schriftstellerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts. Ihre Gedichte verlangen geradezu nach Klanggebung und Vortrag: „Singe das Lied vom Menschenleben, es gibt keinen andern Gesang…“ Ursprung und Leidenschaft ihres dichterischen Schaffens ist die Liebe zur Natur. Ihr Antrieb die Frage nach dem Wesen unseres Mensch-Seins. Ihre Stimme sucht Trost und Hoffnung in Zeiten von und Halt -und Ratlosigkeit. Ihre Sprache ist geprägt von großer innerer Anteilnahme und Wahrhaftigkeit des Ausdrucks. Sie stellt sich der Zerrissenheit in uns und der Welt. Marie Luise Kaschnitz legt Rechenschaft ab. Ihre Dichtung zeugt von Aufrichtigkeit, Mut, beeindruckender Disziplin und schonungsloser Selbstbefragung. Sie überläßt uns ein Werk zeitloser Relevanz.

«All meine Gedichte waren eigentlich nur ein Ausdruck des Heimwehs nach einer alten Unschuld oder der Sehnsucht nach einem aus dem Geist und der Liebe neu geordneten Dasein […] überall habe ich nur versucht, den Blick des Lesers auf das mir Bedeutsame zu lenken, auf die wunderbaren Möglichkeiten und die tödlichen Gefahren des Menschen und auf die bestürzende Fülle der Welt. Den billigen Trost, den manche Leser vom Gedicht erwarten, habe ich nie geben wollen, und wenn meine Verse […] verständlich waren, so hängt das damit zusammen, dass mein Weg in der Lyrik mich von der Natur zum Menschen geführt hat und daß ich nie ganz vergessen konnte, dass ich mich Menschen mitteilte, freilich solchen, die die Mühe des Ungewohnten und nur langsam zu Begreifenden nicht scheuen.»

(Marie Luise Kaschnitz anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 1955)

„Was Kaschnitz sieht, betrifft sie selber und betrifft uns alle. Denn sie erhebt das

Private zur öffentlichen Sache und betrachtet das Öffentliche aus privater Sicht. Immer ist ihre Poesie in höchstem Maße persönlich und doch zugleich welthaltig. Sie zeichnet sich durch kammermusikalische Intimität aus. Gleichwohl geht von ihr eine geradezu alarmierende Wirkung aus. Sie erteilt uns eine sprachgewaltige Lektion der Stille.“ (Marcel Reich-Ranicki)

Maximilian Hilbrand: Schauspielausbildung an der Hochschule für darstellende Kunst und Musik, Saarbrücken. Engagements u.a. in Trier, München, Augsburg. Dort gewann er 1996 mit der Produktion „Leonce und Lena“ den Bayrischen Theaterpreis. Danach bis 2003 Ensemblemitglied am Schauspiel Bonn, es folgten Engagements in Frankfurt, Wien, Klagenfurt. Sprecher für Synchron, Hörbuch, TV, zahlreiche Hörspiele für den WDR. Von 2011 bis 2020 Sänger der Zappa-Tribute-Band „Grandsheiks“. Entwickelt seit vielen Jahren musikalisch-literarische Programme

(Lagerlöf, Cortázar, Neruda, Hölderlin, Bukowski, Jandl). Als Mitglied von Sebastian Gramss Ensemble „Hard Boiled Wonderland“ gewann er 2022 den Deutschen Jazzpreis (Sonderpreis der Jury).

Gunda Gottschalk: spielt improvisierte und zeitgenössische Musik und bringt ihre Klangarbeit in Verbindung mit Tanz, Theater, Film, Komposition, Bildender Kunst und Literatur. Mit ihren Ensembles für improvisierte und zeitgenössische Musik spielt sie auf Festivals in ganz Europa und gastierte in den USA, Canada, Russland, Mongolei, China und Myanmar. Die Musikszene NRW belebt sie durch vielfältige Aktivitäten, wie dem Quartet „Partita Radicale“, der Reihe „Soundtrips NRW“ und der Programmgestaltung im „ort“ der Peter Kowald Gesellschaft Wuppertal. Ihr inszeniertes Konzert „Post Babel“ wurde 2021 im Deutschlandfunk ausgestrahlt. 2023 hat sie Ingeborg Bachmann’s Hörspiel „Die Zikaden“ neu vertont. Zur Zeit arbeitet sie an einem interdisziplinären Projekt zur Parabel „Vor dem Gesetz“ von Franz Kafka.

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Pfingstsonntag, 24. Mai, 10.00 Uhr Lutherkirche

Live Gottesdienst in der ARD

mit Pfarrer Joachim Gerhardt und Eckart von Hirschhausen aus der Lutherkirche auch mit herausragender Kirchenmusik: Bachkante und Soul.

Sopranistin Anna Herbst, ein Star der Opern- und Konzertbühne (Foto: Simone Stähn)

Kantor Marc Jaquet gestaltet den Festgottesdienst mit erstklassiger Musik mit Auszügen aus Bach-Kantaten unter anderem mit Musikerinnen und Musikern aus dem Bonner Beethoven Orchester, der wunderbaren Sopranistin und bekannten Opernsängerin Anna Herbst, dem Barock-Trompeter Gabor Hegyi sowie der einzigartigen Soulsängerin Chioma Igwe mit ganz eigenen geistlichen Impulsen. Mit am Start zudem ein Projektchor der Bonner Evangelischen Studierendengemeinde ESG Bonn.

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Samstag, 30. Mai 2026, 19:00 Uhr

„In einem kühlen Grunde“ – Ungarische und deutsche Volkslieder für Chor mit und ohne Klavier mit Werken von Brahms, Bartók, Kodály u.a.

Es wird gesungen von Glück und Leid, von Abschied und Sehnsucht, kurz: von der Liebe und all ihren Facetten. Lassen Sie sich mitreißen von schwelgerischen Klängen, berühren von klagenden Weisen und begeistern von rhythmischen Tänzen.

Das Programm wird ergänzt durch Musik für Violine und Klavier von Johannes Brahms.

Der Eintritt ist frei.

Mitwirkende:
Bonner Vokalensemble
Monika Tschurl – Klavier
Michael Dartsch – Violine
Ulrike Ludewig – Leitung

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Sonntag, 07. Juni 2026, 18:00 Uhr, Lutherkirche

„Kontraste“ – Kammermusikalisches Konzert
Ein Meister der Neuen und improvisierten Musik: Paulo Sérgio Guimarães Álvares (Foto: Alvares/Loftkoeln.de)

Mit Werken von Bela Bartok, Alban Berg und Igor Strawinsky
Christof Boerner – Violine
Thomas Meyer – Klarinette
Paulo Alvares – Klavier

Eintritt frei.

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Sonntag, 14. Juni 2026, 16:00 Uhr, Gemeindesaal

Plakat zum Konzert des Kinderchors der Lutherkirche (Gestaltung: Marc Jaquet)
Der Kinderchor der Lutherkirche präsentiert: „Die drei Kater in Venedig“ – Eine musikalische Ausflug nach Bella Italia

Nach dem ersten Teil der „Drei Kater“-Reihe (Reise nach Paris), die der Kinderchor der Lutherkirche erfolgreich im letzten Jahr aufführte, laden wir Sie nun in der nächsten Folge ein, gemeinsam mit dem Kinderchor und den drei Katern Kratz, Schnurr und Leopold nach Venedig zu reisen. In diesem Kindermusical aus der Feder von Andreas Hantke begleiten wir das singende Katerterzett bei ihrer Tour durch die berühmte italienische Stadt, entdecken viele Sehenswürdigkeiten und lernen nebenbei sogar ein wenig Italienisch. Der Kinderchor wird von Kantor Marc Jaquet am Klavier begleitet.

Der Eintritt ist frei.

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Sonntag, 21. Juni 2026, 11:00 Uhr (!), Lutherkirche

„Es wartet alles auf dich“ – Eine Matinee mit Kantaten von Johann Sebastian Bach

Da am 21. Juni der Sonntagsgottesdienst in der Lutherkirche als Abendgottesdienst gefeiert wird, laden die Kantorei der Lutherkirche mit Solisten, Musikern und Kantor Marc Jaquet zu einer kirchenmusikalischen Matinee am späten Vormittag ein. Auf dem Programm stehen unter anderem zwei Leipziger Kantaten von Johann Sebastian Bach, die diesen auf der Höhe seiner Meisterschaft zeigen: BWV 39 „Brich dem Hungrigen dein Brot“ und BWV 187 „Es wartet alles auf dich“. Erstgenannte Kantate bezieht sich auf das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus und knüpft daran die Aufforderung zur tätigen Hilfe dem Mitmenschen gegenüber – zur Nächstenliebe und zur Dankbarkeit für Gottes Gaben. Die zweite Kantate geht vom Bericht des Evangeliums von der Speisung der Viertausend aus und beleuchtet und kommentiert dazu Auszüge aus Psalm 104 („Es wartet alles auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit…“) und der Bergpredigt („Darum sollt ihr nicht sorgen noch sagen: Was werden wir essen? was werden wir trinken?…“). Beiden Kantaten werden von einem groß angelegten und überaus kunstvoll ausgearbeiteten Eingangschor eingeleitet. Neben den Streichern sorgen Oboen und (in BWV 39) Flöten für elegante und feine Klangfarben.

Es musizieren: Helena Bickel (Sopran), Alexandra Thomas (Alt), N.N. (Bass), das Consortium Musica Sacra auf alten Instrumenten und die Kantorei der Lutherkirche unter der Leitung von Kantor Marc Jaquet.

Der Eintritt ist frei.

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Poppelsdorfer Orgelsommer ab dem 12. Juli 2026 mit dem internationalem Gast: Organist Martin Setchell aus Neuseeland

Auch in diesem Jahr findet wieder der Poppelsdorfer Orgelsommer statt – wie immer auch in ökumenischer Verbundenheit mit St. Sebastian.
Da zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht absehbar ist, inwiefern unsere neue Lutherorgel schon einsatzbereit sein wird, werden die Details und die jeweiligen Konzertorte (St. Sebastian / Lutherkirche) zu gegebener Zeit auf unserer Webseite sowie den Aushängen bekanntgegeben.

Nur so viel: Als besonderen Solisten dürfen wir am Sonntag, 12. Juli, um 20.00 Uhr den international bekannten Organisten Martin Setchell aus Neuseeland begrüßen, den im Sommer eine Konzerttour nach Europa führt. Setchell wird nicht nur wegen seiner Virtuosität sondern auch wegen seiner stets wirkungsvollen und publikumsnahen Programmgestaltung geschätzt.

(zuletzt aktualisiert: 11.04.2026 / ger)